Konzept

Das Geburtshaus Backnang ergänzt die regionale und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung im Bereich Geburtshilfe, Schwangerschafts- und Familienbetreuung.

Wir haben ganz ordentliche gesundheits-, gesellschafts- und bildungspolitische Ziele. Unsere Anliegen sind:

  • Die weibliche Kraft und das Vertrauen in sich selbst und das Kind zu stärken und erfahrbar zu machen.
  • Die Lust und Freude darauf zu wecken, das Kind aus eigener Kraft und ohne Interventionen zu gebären.
  • Das Bewusstsein für eine Eigenverantwortung in der Schwangerschaft und während der Geburt zu entwickeln.
  • Frauen und Familien Mut zu machen für die Veränderungen, die das erste Jahr mit einem Kind mit sich bringen.
  • Frauen, die ihre Kinder ohne Partner in die Welt bringen, zur Seite zu stehen.
  • Werdende Väter zu unterstützen, ihren Platz an der Seite der Frau einzunehmen.
  • Hilfe und Beratung zu bieten, wenn eine Geburt nicht so wie erhofft verlaufen kann.
  • Gefühle von Ausgeliefertsein, Ohnmacht und ein geringes Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten als Mutter können nach einer schwierigen Geburt noch lange nachwirken. Wir bieten die Möglichkeit, eine vorangegangene belastende Geburtsgeschichte nachvollziehbar und versöhnlich neu zu finden.
  • Begleitung anzubieten, wenn Geburt und Tod zusammenfallen – aus welchem Grund auch immer. Dieser Bereich unterliegt noch immer einem großen Tabu und Schwangere und Gebärende werden oft aus Betroffenheit und Hilflosigkeit allein gelassen.
  • Frauenwissen und -weisheit zu teilen, Hebammenwissen und ein gutes Bauchgefühl zu vermitteln und zu verbreiten – von Beginn der Schwangerschaft an bis zum Ende der Stillzeit..
  • Gesundheit zu fördern, bevor Krankheit therapiert werden muss.

Wenn Ihr Euch für eine außerklinische Geburt im Hebammenhaus Backnang interessiert, empfehlen wir folgenden Ablauf:

  • Zeigt uns Euer Interesse durch das Absenden des Kontakt-Formulars über die Homepage.
  • Besucht einen unserer monatlich stattfindenden Info-Abende – mit einem kleinen Unkostenbeitrag unterstützt Ihr zusätzlich unseren Verein Bauchgefühl e.V., der unter anderem auch Familien mit geringem Einkommen eine Geburt im Geburtshaus ermöglicht. Alle Kosten rund um die Geburt werden von der Krankenkasse getragen, aber die Bereitschafts-Pauschale in Höhe von derzeit 500,00 muss teilweise selbst getragen werden. Wir wollen nicht, dass eine Familie aus finanziellen Gründen nicht mehr die gesetzlich geregelte freie Wahl des Geburtsortes hat.
  • Vereinbart ein erstes Gespräch mit einer Hebamme des Geburtshauses. Sie überprüft gemeinsam mit Euch, ob die Voraussetzungen für eine Geburt im Geburtshaus erfüllt sind. Dazu zählt beispielsweise ein guter Gesundheitszustand der Mutter oder eine weitgehend normal verlaufende Schwangerschaft.
  • Lernt nach und nach alle Geburts-Hebammen kennen: Infogespräche, Vorsorgetermine oder Beratungen sowie eine ausführliche Aufklärung über die Abläufe bei einer außerklinischen Geburt dienen einer optimalen Betreuung in der Schwangerschaft und schaffen zudem eine vertraute Atmosphäre als Grundlage für die außenklinische Geburt.
  • So können wir auch beide Partner – und sogar die größeren Geschwisterkinder – gut kennen lernen. Wir freuen uns auf jede Familie.
  • Macht Euch die Räumlichkeiten zu eigen. Ihr werdet möglichst in mehreren Räumen betreut, damit das Hebammenhaus gut bekannt ist.
  • Erfahrt, wie Hebammenbegleitung Vertrauen und Sicherheit schafft und Gesundheit und Wohlbefinden fördert.
  • Besucht nach Möglichkeit einen Geburtsvorbereitungskurs – möglichst mit Paarkurs, damit auch der Partner oder Geburtsbegleiter „Geburt üben“ kann. Erfahrt Übungen zur Körperwahrnehmung, Atem- und Entspannungsübungen, gewinnt Sicherheit durch Information und eine positive Einstellung. Findet Eure eigenen Kräfte und Ressourcen, fühlr Euch heimisch und geborgen.
  • Packt Euren Geburtskorb und wartet ruhig auf Eure Geburt mit dem Wissen: die Unversehrtheit des Neugeborenen ist uns genauso wichtig wie die Sicherheit der Gebärenden.
  • Wichtig: Ihr habt jederzeit – auch noch während der Geburt die Möglichkeit, Euch neu zu entscheiden und einen anderen Geburtsort zu wählen. Auch wir dürfen entscheiden, ob wir zu einer Klinikgeburt raten, wenn sich abzeichnet, dass die Geburt im Geburtshaus möglicherweise nicht gut durchzuführen ist. So bleiben alle Beteiligten offen und neugierig und guter Hoffnung für den bestmöglichen Ablauf.
  • Nach der Geburt und mit der Rückkehr nach Hause setzt sich die Betreuung und Stillberatung durch die Hebammen bei Bedarf bis zu 12 Wochen fort.
  • Falls Ihr keine Hebamme für das Wochenbett finden konnten (und wir haben Hebammen-Mangel und Baby-Boom), versuchen wir, zumindest eine Notbetreuung über 10 Tage zu organisieren, wenn Ihr tatsächlich bei uns entbunden habt.
  • Ungefähr vier bis sechs Wochen nach der Geburt laden wir zu einem Nachgespräch ein, um für Euch und uns noch einmal zu besprechen, wie die Geburt in Erinnerung geblieben ist – damit wir lernen können, was unter Umständen noch verbessert werden kann. Wir freuen uns über Eure Baby-Fotos und persönlichen Geburtsberichte.
  • Danach bietet unser Kurssystem viele Möglichkeiten, um Kontakte zu vertiefen, Unterstützung zu erfahren und sich auszutauschen. Rückbildungskurse, Yoga, Babymassage und ähnliches begleiten Dich und Deine Familie durch das erste Kinderjahr.

Eine Geburt im Geburtshaus stellt eine Alternative zur Klinikgeburt einerseits und zur Hausgeburt andererseits dar: Frauen, bei denen nach einer komplikationslosen Schwangerschaft eine ebenfalls unkomplizierte Geburt zu erwarten ist, können so im individuellen und familiären Ambiente des Hebammenhauses ihr Kind zur Welt bringen und dürfen trotzdem ein hohes Maß an Sicherheit für Mutter und Kind in Anspruch nehmen.

Die Geburt wird im Hebammenhaus von einer unserer Hebammen begleitet. Spätestens zur Geburt holen wir eine zweite Hebamme hinzu. Wir verstehen uns als Begleiter und Unterstützer, die Ihnen mit Erfahrung und mit fachlichen Wissen in diesen wichtigen und aufregenden Stunden zur Seite stehen.

Wir sind in der glücklichen Lage, im Falle einer Komplikation zügig in eine nahe gelegene Klinik verlegen zu können. In den meisten Fällen wird in Ruhe, sogar im eigenen Fahrzeug verlegt, dann ist auch die eigene Wahl der Klinik gut möglich. Der Ablauf hierzu ist gut festgelegt und geübt.

Ansonsten fahrt Ihr nach ca. drei Stunden mit Eurem Baby wieder nach Hause..